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WARUM ICH DICH SO WÜNDERSCHÖN FINDE - NEON.DE

Und immer, wenn ich einen Raum betrete und du bist da, dann ist es jedes Mal aufs Neue so, dass wir uns in einem unglaublichen Sommer verlieren. Es ist deine Anwesenheit, die die Luft schmückt. Deine Blicke, die sich über Wortgefechten hindurch einen Weg bahnen. Ich kann nicht anders, ich kann nicht böse sein, über das, was geschehen ist. Weil ich so froh bin, dass ich dich damals gesehen habe. An dir habe ich zum ersten Mal erfahren, was es bedeutet, zu lieben. Und nicht nur darauf zu warten, selbst geliebt zu werden.


Wir sind haarscharf aneinander vorbei geprallt. Ich bin sicher, irgendwo gibt es eine Parallelwelt, in der unsere Kopien diesen einen wichtigen Augenblick nicht verpasst haben, in dem sie ausgesprochen haben, was beide dachten. Wir sind dort nicht immer glücklich, manchmal verfluche ich deine blöde Art und manchmal findest du mich sehr nervend. Aber wir finden uns immer wieder, wir verlieren uns nicht, wir wissen, dass wir es nirgendwo wiederfinden würden, das, was zwischen uns steht und das, was wir niemals ganz loslassen und aufgeben können.


Mich an dich zu erinnern, ist, wie nach Hause zu gehen. Ein heimeliges Gefühl in der Magengrube. Es ist, als würde ich tanzen, schwerelos, als würde ich in Gedanken über ein Parkett schweben, welches nur für uns daliegt. Es ist, als würde ich in eine Welt abtauchen, die nur wir beide kennen, die es nur wegen uns gibt, und Kraft schöpfen, um das Unmögliche zu versuchen. Ich weiß, dass das geht. Du hast mir das beigebracht. Du hast mich damals gerettet.


Ich habe lange gedacht, ich müsste aufhören, dich zu lieben. Man müsste das, weil alle das tun. Weil es sonst keinen Sinn ergibt. Aber Tatsache ist, dass meine Liebe immer nur größer geworden ist, dass sie nicht weg geht, dass sie da ist, nicht, wie ein Feuer, sondern wie ein großer Bruder, mit dem ich mich nicht immer gut verstehe, aber zu dem mich trotzdem alles verbindet. Ich habe aufgegeben, zu versuchen, es zu erklären oder es umzubenennen. Aufgegeben, eine gute Freundin für dich zu werden und aufgegeben, aus uns eine funktionierende Beziehung zu machen. Stattdessen lebe ich mein Leben, liebe, streite und freue mich und manchmal, manchmal eben, liege ich nachts wach und erinnere mich an dich. Momente, in denen ich das Leben durch meine Blutbahnen pulsieren spüre, in denen ich dich so schrecklich vermisse und in denen ich dich gedanklich fest umarme, in der Hoffnung, dass du das spüren kannst, nicht, um dich an mich zu erinnern, sondern, um dir irgendetwas zu geben. Du warst das, was man Jugend nennt. Oder erste große Liebe. Und heute bist du meine allerschönste Erinnerung.
20.10.09 17:16
 


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